Rendern von DXF Dateien

Aus Open-Naturstein

Wechseln zu: Navigation, Suche

Autor : Norbert Heyeckhaus

Dieser Artikel zeigt wie aus einer 2D CAD Zeichnung extern ein 3D Bild erstellt und anschließend gerendert wird. Dies ist immer dann sinnvoll, wenn lediglich ein 2D CAD System zur Verfügung steht, oder die Qualität im CAD-Render nicht ausreichend erscheint. In der Natursteinbranche eignet sich diese Methode besonders für einzelne Objekte wie Grabmale, Waschtische, Maßwerk usw. Komplexe Konstruktionen wie z.B. ein komplettes Badezimmer benötigen je nach zur Verfügung stehender Rechenleistung jedoch u.U. mehrere Stunden um ein solches Drahtgittermodell fotorealistisch zu rendern.

Blender ist eines der erfolgreichsten Renderprogramme auf dem Markt und erzeugt Modelle/ Animationen, die nahezu nicht mehr als Computeranimation erkennbar sind.

In diesem Beispiel wird die freie Software qCAD , Blender sowie das Blender Script "DXF-3D Importer" (einem Pyton Script für Linux bzw. eine DLL Datei für Windows) verwendet. Diese Programme sind alle für Windows und Linux Betriebssysteme frei im Internet verfügbar.


Blender steht hier zum herunterladen bereit: [1]

Das DXF-3D Importer Script kann hier heruntergeladen werden : [2]

qCAD findet man hier : [3]

qCAD und Blender sind bereits bei vielen Linux Distributionen in der Packetzusammenstellung enthalten, so das Linux Anwender lediglich das Script DXF-3D Importer nachinstallieren müssen. Ebenso ist darauf zu achten das Pyton bereits installiert ist. Die in diesem Artikel gezeigten Bilder und Beschreibungen beziehen sich auf Linux, unter Windows können die Masken geringfügig abweichen.

Es wird noch darauf hingewiesen, das dieser Artikel keine Einführung in Blender oder einem CAD Programm sein soll, so genannte Tutorials finden sich im Internet, z.B. das Blender Handbuchprojekt in deutsch : [4]


Beispiel Grabmal:

Schritt 1.

Aufgabenstellung ist das erstellen einer 2D Grabmal-Kontur mit einem CAD Programm und das anschließende exportieren in das DXF Format (bsp. grabmal.dxf). In diesem Beispiel wird das CAD Programm qCAD verwendet, die Kontur wurde mit Bögen, Linien und Polylinien erzeugt. Vor dem speichern in eine DXF Datei werden alle Elemente zu einer einzigen Polylinie umgewandelt (PEDIT). Selbstverständlich können auch andere CAD Programme verwendet werden wie z.B. AutoCAD , Medusa usw,

Gst1.jpg

Schritt 2.

Ist die DXF Datei gespeichert, wird Blender gestartet. Eine neue Blenderdatei hat stets einen Quader (CUBE) als Startobjekt, welcher zunächst mit der ENTF Taste gelöscht wird.

Ist das DXF-3D Importer Script installiert (einfaches kopieren in den Script Ordner) , kann es über - File -> Import -> Autodesk DXF aufgerufen werden, nach einem klick auf Config solte der Bildschirm wie folgt aussehen :

Gst3.jpg

Wichtig ist, das sämtliche 2D Bestandteile der Kontur beim importieren in so genannte Bezier Kurven konvertiert werden, die Einstellungen auf dem gezeigten Menü sind deshalb zu übernehmen, erst dann mit START IMPORT fortfahren.

Nach dem Import sollte die Grabmal-Kontur wie folgt zu sehen sein. (je nach DXF Größe ist ggf. ein zoomen nötig).

Gst4.jpg


Die Bezierkurven der Kontur lassen sich nun, da es sich immer noch um eine 2D Fläche handelt korrigieren bzw. verändern, achten Sie jedoch darauf das dies nur im EDIT MODUS möglich ist.

Zum erzeugen des 3D Körpers wird nun im OBJEKT-MODE die Kontur ausgewählt und im CURVE AND SURFACE Menü mit folgenden Werten verändert:

Gst10.jpg

BACK = ON

FRONT = ON

Dadurch wird eine Vorder und eine Rückseitenfläche erzeugt, sind diese Buttons inaktiviert, erzeugt Blender nur eine 3D Kontur.

EXTRUDE = 0,20

Hierdurch wird die TIEFE der Kontur variiert. Dann sollte der Körper wie folgt auf dem Bildschirm abgebildet sein.

Gst9.jpg

Das Grabmal liegt nun als 3D Körper vor, so das nun eine TEXTUR bzw. MATERIAL auf die Oberfläche gebracht werden kann.

Hierzu kann in Blender ein beliebiges Bild eingelesen werden, welches als Textur auf die Oberfläche gebracht wird. Hierzu eignen sich besonders Materialabbildungen in der Größe um 1000x1000 px. Nach der Materialauswahl wird diese automatisch auf den Körper angewendet.

Schritt 3.

Um das Ergebnis nun sichtbar zu machen wird eine oder mehrere Lichtquellen (LAMP,SPOT usw.) sowie eine CAMERA aus dem ADD Menür hinzugefügt und nach Bedarf ausgerichtet, Den RENDER Bildschirm kann anschließend mit der F12 Taste aufgerufen werden.

Gst14.jpg


Schritt 4.

Sehr real wirkende Szenen lassen sich durch die präzise Steuerung der verschiedensten Lichquellen erreichen (LAMP, SPOT, HEMI, SUN usw.) Wird hier ein Hintergrundbild verwendet kann durch die entsprechenden Einstellungen ein sehr real wirkendes Bild erzeugt werden.

Gst17.jpg

Selbstverständlich lassen sich alle wesentlichen Parameter wie Textur/Material/Beleuchtung usw. jederzeit ändern, wodurch sehr schnell Varianten möglich sind.

Gst16.jpg