Granodiorit

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Granodiorit


Granodiorit-Gesteine im Streckeisendiagram

Granodiorit ist ein eng mit dem Granit verwandtes magmatisches Gestein, das weltweit verbreitet ist und unter den Plutoniten der Erdkruste einen Anteil von 34 Prozent hat[1]. Es kommt auf allen Kontinenten vor.


Mineralbestand und Gesteinsbeschreibung

Es handelt sich um ein grob- und mittelkörniges Gestein, meist weißgrauer bis grauer Farbe. Die Mineralkörner sind richtungslos angeordnet, dennoch finden sich teilweise einzelne große Mineralkörner.

Granodiorit enthält wie Granit Feldspat, Quarz und Glimmer und unterscheidet sich von den Graniten daher kaum. Im Unterschied zum Granit enthält Granodiorit deutlich mehr Plagioklas als Kalifeldspat. Der Plagioklasanteil kann mehr als 65 Gewichtsprozent betragen. Auch der Gehalt an mafischen Mineralen ist meist höher als beim Granit. Mit seinen höheren Eisen- und Magnesiumgehalten bildet der Granodiorit das Mittelglied zwischen dem Granit und dem Diorit, daher auch der Name des Gesteines. Haben Granodiorite weniger als 5 Prozent dunkle Minerale, vor allem Biotit und Hornblende, werden sie Leukogranodiorite und bei über 25 Prozent Mela-Granodiorite genannt.

Verwendung und Vorkommen

Granodiorite haben ähnliche technische Eigenschaften wie die Granite. Sie können auf alle Arten bearbeitet und bis zur Politur gebracht werden.

Granodiorite werden seit der Antike verarbeitet. In römischer Zeit war Granodiorit ein begehrtes Rohmaterial und wurde zum Beispiel in Mons Claudianus in Ägypten abgebaut. Wegen seiner Widerstandsfähigkeit eignen sich Granodiorite heute gut für Boden- und Treppenbeläge, Wandbekleidungen von Hausfassaden und als Körnung für Straßenbelag. Granodiorit ist das leichteste magmatische Gestein und spiegelt vermutlich die durchschnittliche Zusammensetzung aller Gesteine der kontinentalen Erdkruste gut wider.

Die Vorkommen sind weltweit verbreitet und in Europa vor allem in Finnland und in Deutschland vor allem im Fichtelgebirge, Odenwald, Bayerischen Wald, Harz, Schwarzwald und im Lausitzer- sowie Erzgebirge.

Umgangssprachlich wird der Begriff Granodiorit allerdings kaum verwendet, da ein Laie den Unterschied zwischen Granit und Granodiorit im Allgemeinen nicht erkennt. Deshalb werden Granodiorite in der Natursteinindustrie als Granit bezeichnet und kommen so in den Handel.

Natursteinsorten

Grano.jpg

   * Lausitzer Granodiorit (Demitz-Thumitz, Sachsen) wird übrigens als Lausitzer Granit gehandelt.
   * Tittlinger Granodiorit (Tittling), Bayern
   * Sonderbacher Granodiorit (Sonderbach), Hessen
   * Skutečská Granodiorit (bei Ctětín, Böhmen), wird allgemein als Skutečská Granit bezeichnet.

Literatur [Bearbeiten]

   * Maresch, W. und Medenbach O.: Steinbachs Naturführer Gesteine. 287 S., München, 1996. ISBN 3-576-10699-5

Siehe auch [Bearbeiten]

   * Liste der Gesteine.

Einzelnachweis [Bearbeiten]

  1. ↑ Maresch/Medenbach: Gesteine. S. 48 (siehe Literatur)